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Evakuierung sorgt für Politstreit auf den Kanaren
Auf Teneriffa ist am Wochenende das Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ angekommen, auf dem es zu einem Hantavirus-Ausbruch gekommen war. Der Fall sorgt nicht nur medizinisch für Aufmerksamkeit, sondern auch politisch.
Denn vor der Ankunft des Schiffes kam es zu deutlichen Spannungen zwischen der Regionalregierung der Kanaren und der spanischen Zentralregierung in Madrid.
Schiff erreicht Hafen von Granadilla
Die „MV Hondius“ erreichte am Sonntagmorgen den Hafenbereich von Granadilla de Abona im Süden Teneriffas. Das Schiff machte jedoch nicht regulär am Kai fest, sondern ankerte vor dem Hafen.
An Bord befanden sich Passagiere und Crew-Mitglieder aus verschiedenen Ländern. Nach Angaben der Behörden waren die verbliebenen Personen an Bord zum Zeitpunkt der Evakuierung symptomfrei.
Trotzdem gelten sie wegen der langen Inkubationszeit des Hantavirus als Hochrisiko-Kontakte.
Streit zwischen Kanaren und Madrid
Vor der Ankunft hatte es einen öffentlichen Streit zwischen der kanarischen Regionalregierung und der spanischen Zentralregierung gegeben.
Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, hatte kritisiert, dass Madrid nicht ausreichend klare Zusagen für die schnelle Ausreise der Passagiere gemacht habe.
Im Mittelpunkt stand die Frage:
- wie schnell die Passagiere ausgeflogen werden
- wie viele Flugzeuge bereitstehen
- ob Teneriffa ausreichend geschützt wird
- wer die Verantwortung für mögliche Folgen trägt
Die spanische Zentralregierung ordnete schließlich die Aufnahme des Schiffes im Hafenbereich an. Begründet wurde dies unter anderem mit medizinischer Versorgung und der Möglichkeit schlechterer Wetterbedingungen.
Evakuierung unter strengen Sicherheitsmaßnahmen
Die Evakuierung wurde sehr kontrolliert durchgeführt.
Die wichtigsten Maßnahmen:
- Passagiere wurden in kleinen Gruppen ausgeschifft
- Transport erfolgte mit Booten und Bussen
- direkter Transfer zum Flughafen Teneriffa Süd
- kein Kontakt zur Öffentlichkeit
- FFP2-Masken und Schutzmaßnahmen für Beteiligte
- nur kleine Taschen mit Dokumenten und wichtigen Gegenständen erlaubt
Das normale Reisegepäck blieb zunächst an Bord.
Die Passagiere wurden nach Staatsangehörigkeit und verfügbaren Rückflügen aufgeteilt. Spanische Staatsbürger wurden zuerst ausgeflogen und sollten in Madrid medizinisch überwacht werden.
Auch Deutsche betroffen
Unter den Evakuierten befanden sich auch deutsche Passagiere. Mehrere von ihnen wurden zunächst mit einer niederländischen Maschine ausgeflogen und anschließend weiter nach Deutschland gebracht.
Dort sollen medizinische Untersuchungen und Quarantänemaßnahmen folgen.
Nach bisherigen Angaben zeigten die deutschen Passagiere beim Transport keine Krankheitssymptome.
WHO ruft zur Ruhe auf
Die Weltgesundheitsorganisation begleitete den Einsatz intensiv. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus reiste selbst nach Teneriffa, um die Lage zu beobachten.
Die WHO betonte, dass die Situation nicht mit Covid vergleichbar sei.
Wichtig ist dabei:
- das Risiko für die Allgemeinbevölkerung gilt als sehr gering
- die Passagiere werden dennoch streng überwacht
- Kontakte sollen nachvollzogen werden
- Vorsichtsmaßnahmen bleiben notwendig
Die Behörden wollen verhindern, dass es zu einer Verunsicherung auf Teneriffa kommt.
Drei Todesfälle nach Hantavirus-Ausbruch
Der Fall ist dennoch ernst. Auf dem Kreuzfahrtschiff wurden mehrere Infektionen bestätigt. Drei Menschen starben im Zusammenhang mit dem Ausbruch.
Das Schiff war Anfang April in Ushuaia in Argentinien zu einer Kreuzfahrt durch den Südatlantik gestartet. Später verweigerten andere Orte, darunter Kap Verde, die Ausschiffung.
Spanien übernahm schließlich die koordinierte Evakuierung auf Teneriffa.
Bedeutung für Teneriffa und die Kanaren
Für die Kanaren ist der Fall besonders sensibel.
Teneriffa ist eine wichtige Urlaubsinsel. Gleichzeitig mussten die Behörden zeigen, dass sie auf gesundheitliche Sondersituationen vorbereitet sind.
Der Fall zeigt:
- Gesundheitskrisen können auch touristische Regionen betreffen
- internationale Zusammenarbeit ist entscheidend
- Kommunikation zwischen Zentralregierung und Regionalregierung bleibt ein Konfliktpunkt
- der Schutz der Bevölkerung steht im Mittelpunkt
Für Urlauber auf Teneriffa bestand nach Angaben der Behörden kein direkter Anlass zur Sorge, da die Evakuierung abgeschirmt erfolgte.
Fazit
Die Ankunft der „MV Hondius“ vor Teneriffa zeigt, wie komplex Gesundheitsfälle auf Kreuzfahrtschiffen werden können.
Es ging nicht nur um medizinische Versorgung, sondern auch um:
- politische Verantwortung
- internationale Koordination
- Schutz der Bevölkerung
- Rückführung der Passagiere
Spanien übernahm am Ende eine schwierige Evakuierungsoperation. Gleichzeitig machte der Streit zwischen Madrid und den Kanaren deutlich, wie angespannt solche Entscheidungen in Krisensituationen sein können.
Quelle
Spanienleben – „Hantavirus-Schiff vor Teneriffa“
https://www.spanienleben.de/hantavirus-schiff-teneriffa-evakuierung/
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Veröffentlicht am 11. Mai 2026
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